KENIA 2026

Mtwapa, Do. 29.01.26

Liebe Leute,

nun ist die Gruppe auf dem Heimweg – und wir müssen unser „betreutes Reisen“ nun ganz unbetreut fortsetzen:  Nach dem letzten leckeren Frühstück unterm Baobab und einer herzlichen Verabschiedung von unseren supernetten Hosts brachten der Van und der Kombi von neulich uns alle zurück nach Mombasa und gleich zum Flughafen, wo nun auch wir uns „tränenreich“ verabschieden mussten:  Die Gruppe verschwand winkend im Terminal, während Phet und ich uns ein Uber-Taxi bestellten, welches uns in unser kleines Hotel in Mtwapa, einem nördlich von Mombasa gelegenen Vorort, brachte. 

Hier warten wir nun erstmal die Heimkehr-Meldungen ab und haben uns noch ein paar Tage Pufferzeit gegönnt, bevor wir nach Thailand weiterziehen.  Unseren Freunden wünschen wir einen ruhigen Rückflug:  Kommt gut heim und zehrt noch möglichst lange vom Erlebten – es ist ja nach wie vor ein unfassbares Privileg, solche Erinnerungen sammeln zu dürfen.  Wir danken jedenfalls für die harmonische und immer begeisterte (und auch stets solidarische!) Begleitung:  Genau DAS ist uns der schönste Lohn für die ganze Vorarbeit..!! 🙂

Im Reiseblog wird es nun vorerst ruhiger –
aber im April geht es hier weiter mit dem Tagebuch der neuen Indonesien-Reise zu Orang Utans und Komodo-Waranen:  Wer Lust hat, kann dann hier gern wieder virtuell mitreisen.

Bis dahin ganz herzliche Grüße noch aus Kenia,
Thomas und Phet

Letztes leckeres Frühstück am Mbuyu Beach
Aufbruch zur Heimreise
Letzter Blick am Mombasa-Flugterminal – schon halb entschwunden: Kommt gut heim!!
Phet und ich machen jetzt ein paar Tage frei, bevor es weiter nach Thailand geht

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Mzambweni, Mi. 28.01.26

Liebe Leute,

alles noch so Schöne hat ein Ende, und auch unser Robinson-Glück am idyllischen Palmenstrand geht unaufhaltsam demselben zu:  Morgen Vormittag müssen wir schweren, aber erholten und beglückten Herzens den langen Heimweg antreten und die Gruppe wird über Mombasa mit einem Direktflug zunächst Frankfurt ansteuern, bevor die Zubringerflüge sie noch am selben Abend zuhause absetzen.

Die letzten Tage haben wir überwiegend die Ruhe am Strand genossen, sind im Meer geschwommen und haben dem beständigen Auf und Ab von Flut und Ebbe zugeschaut.  Aber auch einige Aktivitäten konnten wir uns nicht verkneifen:  So besuchten wir Sonntag den Dorf-Wochenmarkt, der völlig untouristisch die Dinge des täglichen Bedarfs für Einheimische anbietet – freilich unterstützten auch wir die heimische Wirtschaft gern mit dem Erwerb einiger Ledergürtel und Strandkleider.  Am Montag besuchten wir ein von engagierten deutschen Aussteigern initiiertes Waisenhaus-Projekt, welches sich in den letzten Jahren durch Besucher-Spenden zu einem richtigen Bildungszentrum für die einheimische Jugend gemausert hat.  Gestern Dienstag unternahmen wir mit Booten eine Fahrt durch die Mangroven und lernten, dass dieser undurchdringliche Wurzelverhau nicht nur die Küste vor Abtragung schützt, sondern auch eine Kinderstube für viele Fische ist, die im engmaschigen Wurzellabyrinth vor größeren Fressfeinden geschützt sind.

Mzambweni Wochenmarkt
Der neueste „Zugang“ im Waisenhaus: mit ca. 3 Wochen auf der Straße ausgesetzt gefunden
Bootsexkursion durch die Mangroven

Zum Abschluss dieses Ausflugs lunchten wir in der Mwazaro Mangrove Lodge, deren wechselhafte Geschichte uns zurzeit beschäftigt:  Auf unseren Zimmern am Mbuyu Beach liegt das Büchlein „Afrikanisches Schach“, welches keine Spielanleitung ist, sondern die spannenden, genauer: arg intriganten und auch fast mystischen Vorkommnisse zurzeit der Entstehung dieser Öko-Lodge beschreibt, die der engagierte Gründer Hans von Loesch unserem Host (und Schriftsteller) Werner Zeppenfeld erzählt hat.  

Mwazaro Mangrove Öko-Lodge,..
..der Schauplatz von „Afrikanisches Schach“

Heute Mittwoch nutzten Einige von uns die mittägliche Flut für einen Ausflug mit Fischern in ihren Einbaum-Segel-Dhaus, um vor dem Riff einen rasanten Wellenritt hinzulegen, und Andere für eine richtig gute afrikanische Massage.  Zurzeit räkeln wir uns überwiegend auf den Strandliegen und genießen Sonne, Ruhe und milde Wärme beim Blick auf die ablaufende Flut und einer von Phet kredenzten frischen Ananas.

Segel-Dhau-Ausflug

Dem werde nun auch ich mich widmen –
mit sonnigem Gruß nach Hause 🙂

Lecker frische Ananas

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Mzambweni, Fr. 23.01.26

Liebe Leute,

zwei Wochen nach Eintreffen in Kenia haben wir nun den Indischen Ozean erreicht und uns inzwischen auch den Staub der Safari im klaren warmen Wasser dieses tropischen Meeres abgespült. 

Doch der Reihe nach:

Gestern Donnerstag morgen brachten wir den letzten Teil unserer Wildtier-Fotosafari hinter uns und erreichten auf dem Nairobi-Mombasa-Highway Mombasa, die über tausend Jahre alte und seither wichtigste Hafenstadt Ostafrikas.  Der Altstadtteil Old Town liegt auf einer Insel im Mündungsdelta des Tudor Creek und war seit jeher vielen Begehrlichkeiten ausgesetzt, weshalb sie oft den „Besitzer“ wechselte:  Dem portugiesischen „Entdecker“ (nur aus europäischer Sicht) Vasco da Gama gelang 1498 zum ersten Mal die Fahrt auf dem Seeweg rund um Afrika nach Indien, er fand hier eine funktionierende Kultur vor, die den gesamten Küstenraum des Indischen Ozeans umspannte: Arabische und Indische Seefahrer kreuzten mit ihren Segel-Dhaus nach Belieben über das meist ruhige Meer und trieben lebhaften Handel mit allen Küstengebieten.  Wichtige Handelsgüter waren Elfenbein und schwarze Sklaven aus dem ostafrikanischen Hinterland.  Die Europäer waren in diesem System unbekannt, und als sie kamen, zerstörten sie in kürzester Zeit mit dem arroganten und brutalen Gestus ungebildeter Barbaren dieses eingespielte System einer uralten Händlerkultur.

Einfahrt nach Mombasa, der 1000 Jahre alten und wichtigsten Hafenstadt Ostafrikas

Später gaben sich hier Engländer und Deutsche die Klinke in die Hand, und erst sehr viel später beendeten die Engländer Ende des 19.Jahrhunderts den Sklavenhandel, weshalb viele befreite Sklaven den anglikanischen Glauben annahmen. Aber auch wenn die arabischen Sklavenhändler vertrieben waren, blieb der Islam letztlich an der Küste und für die sich hier herausbildende Suaheli-Mischkultur die bestimmende Religion.  

Wir legen an unserem Hotel nahe der Altstadt an und verabschieden nun endgültig unsere Fahrer: Sie haben einen langen Ritt vor sich wieder rauf ins Hochland und zurück nach Nairobi, den sie bis zum Abend geschafft haben wollen.  Wir selber lassen zunächst mal die Mittagshitze abklingen und spazieren dann durch die Old Town, die sehr an Stonetown auf Sansibar erinnert.  Die Menschen sind freundlich und unaufdringlich, aber die verwinkelten engen Gassen mit dem wuseligen orientalischen Treiben fast einschüchternd.  Wir schlendern vorbei am Fort Jesus (einer portugiesischen Festung), dem ältesten Hotel (heute ein Kulturzentrum), dem alten Zollgebäude am alten Hafen (heute ein vornehmes Restaurant), dem alten deutschen Postamt, und finden sogar den Brunnen, an dem schon Vasco da Gama Frischwasser gebunkert haben soll. Als wir uns durch den vollen Basar schlängeln, fällt uns auf, dass wir völlig in Ruhe gelassen werden – sonst will man uns ja ständig was verkaufen. Schließlich trinken wir am alten Kamel-Verladepunkt eine Dawa:  Ein nach Wahl heißes oder kaltes Ingwer-Honig-Getränk.  Bier oder sonstiger Alkohol wird hier eh nirgends verkauft – außer in unserem Hotel, wo wir deshalb auch gern zu Abend essen.

Old Town
Dawa-Ingwergetränk

Heute Freitag können wir zum ersten Mal weitgehend ausschlafen:  Die Abfahrt ist für 11 Uhr angesetzt.   Ein großer Van und ein Kombi stehen bereit, und wir verlassen die Stadt gen Süden, wobei wir die Autofähre zum Festland nutzen.  In der Touristenhochburg Diani Beach wechseln wir noch einmal Geld und kaufen etwas ein – der nächste Stopp ist dann Mzambweni, ein stilles Suaheli-Fischerdorf kurz vor der tansanischen Grenze.  Hier checken wir in den Mbuyu Beach Bungalows unserer überaus netten Hosts Werner und Isabelle ein, die neben der Organisation ihres idyllischen Stranddomizils stets damit beschäftigt sind, ihren Know-How-Reiseführer KENIA zu aktualisieren.

Mehrere rustikale palmblattgedeckte Holzbungalows gruppieren sich in einem tropischen Garten um einen alten Baobab-Baum („Mbuyu“ in KiSuaheli) und einen Pool, von hier aus tritt man direkt auf den weichsandigen Strand vor der Anlage und kann sich in die blauen Fluten (!) stürzen.  Jedenfalls halt bei Flut, denn im Augenblick ist das Meer nicht da:  Es hat sich hinters Riff zurückgezogen, da grad Ebbe ist, und die Fischerboote des Dorfes liegen zur Seite geneigt im Sand. 

Werner und Isabelle begrüßen uns freundlich und erklären geduldig alle besonderen Umstände und aufkommenden Fragen.  Da wir mit unserer Gruppe die Kapazität des Resorts ausgereizt haben, ein Zimmer aber noch für zwei Tage anderweitig belegt ist, schlüpfen Phet und ich im nahen SawaSawa unter:  Auch ein hübsches Strandhotel direkt beim Dorf.  Für einen Kaffee ziehen wir alle kurz dorthin, dann schlappen wir durch das Dorf, um die nähere Umgebung kennenzulernen.  Wieder sind alle Leute freundlich und zurückhaltend, nur am Strand wird man gelegentlich kurz angesprochen – aber kein Vergleich zur „Beachboy-Plage“ anderer kenianischer Strände.

Hier werden wir nun nach der erlebnisreichen Reise durch die Wildparks die nächsten Tage ganz in Ruhe verbringen und die tropische 30-Grad-Palmenstrandidylle genießen.  Vor Abreise am nächsten Donnerstag werden wir uns vielleicht noch mal melden – solange wird aber auch hier im Blog Ruhe herrschen:  

Bis dahin ganz herzliche Grüße von einer begeisterten Gruppe im ultimativen Faulenzermodus 🙂

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Man Eaters Camp,  Mi. 21.01.26

Liebe Leute,

gestern Dienstag fielen unsere Weiterreise und die Pirschfahrt in Eins:  Wir verließen Amboseli und querten zunächst eine Pufferzone, die den Maasai als Community-Land gehört, zum Tor des Tsavo-West NP. Dieser Nationalpark ist reich an Tieren – auch wenn man sie oft nicht sieht, denn der dichte Bewuchs erschwert Sichtungen.  Dafür ist der Park ein landschaftliches Juwel erster Güte:  Die grünen und teils schroffen Chyullu-Berge vulkanischen Ursprungs haben ihren ganz besonderen Reiz.

Ein ca. 1000 Jahre alter Lavastrom fließt längst erstarrt und noch immer nur teils bewachsen schwarz glänzend zwischen den Karstkegeln hindurch. Ein unterirdischer Fluss entspringt den Bergen und bildet zunächst einen klaren See mitten im Urwald, bevor er das Trinkwasserreservoir von Mombasa auffüllt. Hier können wir in einem gläsernen Turm unter Wasser bunte Fische bewundern; sogar ein Krokodil liegt träge im Fluss.  Unseren Lunch nehmen wir in einer Lodge im Park ein, die an einem Wasserloch liegt, wo gerade mehrere Zebra-Herden sich beim Saufen abwechseln. Als sie abziehen, erscheinen ein Elefant und zwei Giraffen zum Trinken.

Nach einer spektakulären Fahrt durch das wildromantische Gebirge verlassen wir am Nairobi-Mombasa-Highway den Park und checken im Man-Eaters-Camp ein.  Hier wohnen wir in Zelten am rauschenden Tsavo-Fluss an just der Stelle, wo vor über hundert Jahren beim Bau der (ersten) Uganda-Bahn – einem gewaltigen Projekt, wo von der bereits erschlossenen Küste aus mithilfe dieser Eisenbahn nun auch das bis dato noch völlig unerschlossene Hinterland erreich- und nutzbar werden sollte – die Errichtung einer Brücke in Verzug geriet, da zwei menschenfressende Löwen die überwiegend indische Arbeiterschaft dezimierte und dieses furchterregende Phänomen erst gelöst werden musste. Abends sehen wir einen Film über die damaligen Ereignisse.

Die beiden Brücken der alten (vorn) und der neuen Uganda-Bahn

Heute Mittwoch beginnen wir (wieder früh) unsere letzte Safari-Pirschfahrt:  Wir betreten den Tsavo-Ost-NP und fahren durch überwiegend flache, zurzeit aber grüne Gegend, wo wir ein letztes Mal Wildtiere in freier Wildbahn beobachten können.  Eine Löwenfamilie mit zwei putzigen Löwenbabys entzückt uns, Giraffen-Gazellen (eine grazile Antilopenart mit langem Hals, die auch ich noch nie zuvor gesehen habe) und Elefanten, die von ihren Schlammbädern in der verwitterten Tonerde auffällig rot gefärbt sind, beeindrucken uns. Zufällig begegnen wir einem Löwenforscher, der uns interessante Details aus dem Leben der Löwen erzählt – z.B. dass Löwen einfach deshalb einen so großen Teil des Tages verschlafen, weil ihre eiweißreiche Nahrung viel Zeit zur Verdauung braucht.

Ein Forscher des Tsavo Simba Research Project erläutert uns spannende Details aus dem Leben der Löwen

Zum Lunch erreichen wir wieder eine Lodge mit toller Sicht von einem Hügel in die Weite des Landes, bevor es zurück geht, wo wir nah beim Camp ein Krokodil am Ufer des Tsavo-Flusses liegen sehen. Am Abend überreichen wir mit einer herzlichen Danksagung unseren zwei „Helldrivers“ ihr redlich verdientes Trinkgeld:  Hier ist es ruhiger als morgen in der Hektik, wenn sie uns dann in Mombasa am Hotel abgeben und direkt zu ihrer Heimfahrt nach Nairobi aufbrechen müssen. 

Blick vom Lions Hill Restaurant über den Tsavo East National Park
Begegnung mit..
..den „Roten Elefanten“ des Parks

Tatsächlich wird morgen mit Erreichen von Mombasa vom Abenteuer-Urlaub der Abenteuer-Teil vorüber sein und der Urlaubsteil beginnen:  Dazu später mehr –

bis dahin herzliche Grüße in die Heimat und Gute Nacht !!

Bei den „Menschenfressern“: Zwei Löwen, genannt „the Ghost and the Darkness“, verbreiteten während des Baus der (ersten) Ugandabahn vor über 100 Jahren Angst und Schrecken bei nächtlichen Jagden im Arbeiter-Lager
Gemessen daran geht es hier heute eher entspannt zu

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Amboseli NP,  Mo. 19.01.26

Liebe Leute,

gestern Sonntag brachen wir wieder früh auf, um die relativ lange Reise (7 Std) aus dem Rift Valley heraus und an Nairobi vorbei in den Süden zu  bewältigen.  Zum Lunch trafen wir in unserer neuen Lodge beim Amboseli Nationalpark am Fuß des Kilimanjaro ein.  Der Berg  – mit knapp 6.000 Metern (exakt 5.895m) immerhin der höchste Berg Afrikas, liegt aber bereits in Tansania –   verhüllte sich zwar zunächst in Wolken, aber die Schmelzwasser seiner Gletscher bewässern die Ebenen des Parks (jedenfalls bis sie abgeschmolzen sind, was bald der Fall sein dürfte).  Wir bezogen unsere Bungalows im afrikanischen Stil (einige meinten „niedliche Hobbit-Häuschen“) und konnten uns im großen Pool erfrischen.  Am späteren Nachmittag besuchte ein Teil der Gruppe ein nahes Maasai-Dorf, wo die traditionelle Lebensweise dieser hier dominierenden Volksgruppe vorgeführt wurde.  Am Abend saßen wir dann in der Hotelbar, die  – ernsthaft! –  ein von Ernest Hemingway erbautes Häuschen im Originalgrundriss ist, einschließlich seiner Bar, die heute noch als solche genutzt wird.

Unsere „Hobbit-Häuschen“
Bei den Maasai

Auch heute Montag starten wir früh:  Der Kili zeigt sich vor wolkenlos blauem Himmel im Licht der aufgehenden Sonne von seiner besten Seite.  Von den einst den Gipfel krönenden Gletschern ist aber nicht mehr viel übrig.  Bald kreuzen wir kreuz quer durch den Nationalpark und beobachten viele Wat- und Wasservögel in den flachen Seen, Elefanten ziehen auf der Suche nach Futter in ein Sumpfgebiet, ein Pack Hyänen versucht dort Fische zu fangen, sowie natürlich die üblichen Verdächtigen wie Zebras, Giraffen, Büffel und Antilopen.  

Ein Pack Hyänen vor dem Kilimanjaro

Mittags kehren wir zum Lunch in einem zu unserer Lodge gehörigen Camp mitten im Park ein, wo wir ein hervorragendes Buffett vorfinden und uns so eine mittägliche Rückkehr ersparen, was uns ein wesentlich tieferes Eindringen in den Park erlaubt.  Insbesondere von den verschiedenen Elefantenherden mit ihren vielen munteren Kälbern und Babys sind wir beeindruckt. Einige vereinzelte Bullen tragen wahrlich riesige Stoßzähne – bei der Gelegenheit hören wir vom kürzlich verstorbenen Elefantenbullen Craig, einem der ganz großen Stoßzahnträger, dessen Haut und Skelett gerade im Nationalmuseum präpariert werden und der zu Lebzeiten das Vorbild für das Emblem des Tusker Lager Biers war.

Am frühen Abend sind wir zurück in der Lodge, und nach dem Abendessen sitzen einige von uns wieder in der Hemingway-Bar, wo uns der Neffe von Hemingways Maasai-Guide wort- und gestenreich die Geschichte von Hemingways Zeit in Afrika berichtet.

Ab morgen geht es in die beiden Tsavo-Nationalparks im Süden kurz vor der Küste –
dazu später mehr:  Vorerst Gute Nacht !!

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Lake Naivasha,  Sa. 17.01.26

Liebe Leute,

gestern Freitag machten wir die Strecke von der Maasai Mara zurück ins Rift Valley zum Lake Naivasha – zunächst rüttelige Staubstraße (zurzeit eine einzige Baustelle: Sie soll bis nächstes Jahr durchgängig asphaltiert sein), dann Teerstraßen unterschiedlicher Qualität;  inklusive eines Reifenwechsels.

Unsere Country Club Lodge liegt direkt am See und ist das älteste und gediegendste Haus hier: Es diente schon den Großwildjägern der Kolonialzeit als edles Refugium.  Heute nehmen wir Großwild-Fotojäger den Platz der alten Snobs ein und genießen die Tea-Time in schweren Sesseln auf der überdachten Veranda.  Die große Rasenfläche fällt vom Haus zum See leicht ab und ist zur Hälfte überschwemmt: Der Wasserspiegel der Seen des Grabenbruchs schwillt aus unbekannten Gründen seit einigen Jahren trotz geringer werdender Niederschläge an, die früheren Uferbäume ragen als ertrunkene schwarzsilbrige Silhouetten in den blauen Himmel.  Die Zimmer sind geräumig und hübsch, ein aufwändiger Kinderspielplatz und ein 30-Meter-Schwimmbecken runden das Bild eines gastfreundlichen „home away from home“ ab.

Altehrwürdiger Country Club – heute nur für Großwildfoto-Jäger
Das Gelände fällt zum See leicht ab – dessen Wasserspiegel seit einiger Zeit merklich steigt

Schon tagsüber tummeln sich Wasserböcke und Zebras im Garten, hinter dem Haus schreiten auch gelegentlich Giraffen entlang, und grüne Meerkatzen (Äffchen) toben über die Dächer.  Den Nachmittag nach Ankunft genießen wir hier und lassen uns den Bio-Garten zeigen, aus dem die Küche ihre frischen Zutaten bekommt.

Heute Samstag Vormittag lassen wir uns mit zwei Booten zur Crescent Island übersetzen: Diese frühere Halbinsel im See wurde durch den ansteigenden Wasserspiegel längst zur Insel und beherbergt eine ganze Reihe von Wildtieren, die seither nicht mehr aufs Festland gelangen.  Hier können wir nach Herzenslust unter Zebras, Gnus, Gazellen, Giraffen und Wasserböcken umherspazieren:  Da es keine Räuber gibt, ist es ungefährlich für uns, und auch die Tiere sind völlig entspannt und nehmen uns als quasi Ihresgleichen war, ohne in Panik vor uns davonzustieben.  Nur vor den Hippos am Ufer sollen wir uns in Acht nehmen.  Ein neues kleines Lokal rundet den Spaziergang mit einem Kaffee oder Eis ab, bevor uns die Boote direkt zum Anleger der Lodge zurückbringen.

Nach dem Lunch unternehmen wir alle gemeinsam ein fakultatives, nicht im Programm stehendes Angebot wahr:  Unsere Driverguides bringen uns zum Hells Gate, einem vulkanisch geprägten Gebiet am Fuß des Vulkans Mount Longonot.  Hier wurde vor 150 Jahren bei einem Ausbruch ein großes Gebiet der Maasai mit glühender Lavaasche bedeckt, viele Maasai kamen dabei ums Leben – weshalb die Gegend im kollektiven Gedächtnis als „Hells Gate“ in Erinnerung ist: „Als sich das Tor zur Hölle öffnete“.  Bis heute schießen heiße Dampffontänen aus dem Boden, die gefasst und in ein Dampfkraftwerk geleitet werden, was Kenia zu einem Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien und Geothermie macht.  

Am Fuß des Mt.Longonot befindet sich das Tor zur Hölle

Es handelt sich um den jüngsten und kleinsten Nationalpark in Kenia, verwaltet von den Maasai selber.  Wir sehen kleine Herden von Zebras, Giraffen und Büffeln und steigen schließlich in eine steilwandige Schlucht ein, die als Inspiration für die Schlucht im „König der Löwen“ gilt, in der Mufasa zu Tode kommt.  Auch einige Wanderer fanden vor Jahren hier den Tod, als sie in der Schlucht von einer Flutwelle überrascht wurden. 

Inzwischen sind mehrere Fluchtwege aus der Schlucht angelegt worden, so dass der Einstieg heute wieder erlaubt ist.  Wir steigen mit einem Maasai-Führer hinab und marschieren eine Weile zwischen den Steilwänden entlang, die jährlich tiefer ausgewaschen werden und interessante Strukturen an den Wänden bilden.  Auf etwa halber Höhe tritt Wasser aus:  Es ist heiß und mineralienhaltig.  

Am Ende des Rundgangs bietet ein Maasai-Markt die Möglichkeit, Kunsthandwerk direkt von den Erzeugern zu erwerben und damit die Dorfgemeinschaft zu unterstützen.  Auf dem Heimweg passieren wir das Geothermie-Kraftwerk, wo es überall aus dem Boden und manchen Leitungen zischt und dampft.  Am Seeufer entlang  – wo wir einige neu überschwemmte Areale erkennen, die sich der See geholt hat –  erreichen wir die Lodge und treffen uns erneut zum Abendessen.  Nach dem Briefing für den morgigen Tag  – wir werden an Nairobi vorbei bis zum Amboseli-Nationalpark am Fuße des Kilimanjaro fahren (der Berg selber liegt freilich bereits auf Tansanischem Gebiet) begeben wir uns bald auf die Zimmer:  Gute Nacht !!   

Bootsfahrt Crescent Island
Auf Augenhöhe
Schlucht aus dem Film „König der Löwen“
Farbige Heißwasser-Quellen in der Steilwand
Reger Besuch beim Country Club
Sunset
Nächtliche Besucher

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Maasai Mara, Do. 15.01.26

Liebe Leute,

heute sind wir schon vor Sonnenaufgang unterwegs und sehen die ersten Strahlen über die Hügel blitzen, als wir gerade in den Maasai Mara Nationalpark einfahren, dessen Tor nicht weit von unserem Camp entfernt ist.  Den ganzen Tag wollen wir in diesem kenianischen Ausläufer der Serengeti bleiben und ihn kreuz und quer durchstöbern auf der Suche nach Wildtieren.

Da müssen wir nicht lange suchen: Schon außerhalb des Parks sahen wir des Öfteren Zebras und Giraffen zwischen den Dörfern, aber hinter dem Tor stoßen wir sogleich auf eine Herde Weißbart-Gnus, die eigentlich an der Migration (dem Zugverhalten) teilnehmen und zurzeit durch Tansanias Serengeti ziehen.  Aber auch hier ist es zurzeit grün, so dass einige Tiere einfach hiergeblieben sind. 

Die Gegend ist eine leicht hügelige Baumsavanne mit parkähnlichem Charakter  – eigentlich genau unser Bild vom Paradies, vermutlich weil die Menschwerdung exakt hier stattgefunden hat –  und die weiten grünen Ebenen sind voll von Wild:  Überall sehen wir Gruppen von Gazellen und Antilopen sowie Giraffen, Zebras und Büffel, die übermütig in der frischen Morgenluft herumtollen.  Von den eher kleinen Thomson-Gazellen bis zu den pferdegroßen Elen-Antilopen ist alles vertreten.  Zwischendurch streifen auch einige Hyänen und Schakale durchs hohe Gras.  

Eine erste Elefantengruppe lässt sich sehen: Es sind einige Bullen, die sich zusammengetan haben, denn Kühe und Kälber bilden größere Familienverbände unter Führung einer Leitkuh, während Bullen oft allein, gelegentlich in kleineren Gruppen durchs Land ziehen und nur für gelegentliche Besuche bei den Damen akzeptiert sind.

Plötzlich geben unsere Driverguides Gas und pflügen querfeldein auf einen Bachlauf zu: Hier hat ein (männlicher) Löwe mit dunkler Mähne gerade sein Frühstück abgeschlossen und überlässt einen undefinierbaren Kadaver den Aasfressern. Er lässt sich von uns nicht im Geringsten stören.

So cruisen wir im Prinzip den ganzen Tag durch die Bilderbuchlandschaft und beobachten sowohl Pflanzen- wie Fleischfresser, vor Allem auch einige Löwenrudel und sogar einige Geparden (die nicht leicht zu finden sind). Nach drei abenteuerlichen Flussdurchquerungen breiten wir gegen Mittag im Schatten eines Baumes einige Picknickdecken aus und öffnen unsere mitgebrachten Lunchboxes. Zum Nachtisch kredenzt Phet frische reife Mangos.

Schließlich setzen wir unsere Pirschfahrt fort und halten auf den Mara-Fluss zu, wo im Sommer die riesigen Gnu-Herden aus der Serengeti kommen und über den Fluss in die Mara weiterwandern wollen.  Dort werden sie allerdings von großen Nilkrokodilen erwartet, die einen gewissen Blutzoll für die Querung fordern. Zurzeit ist von alldem jedoch nichts zu sehen.

Kurz bevor wir den Fluss erreichen, gibt es einen Knall an einem unserer Fahrzeuge:  Die rechte Antriebswelle ist gebrochen.  Uns schwant Böses – aber wir unterschätzen das afrikanische Improvisationstalent:  Das Rad wird sofort notdürftig fixiert und die Fahrt sehr langsam direkt Richtung nächstes Tor fortgesetzt:  Als Allradfahrzeug treiben nun 3 Räder den Wagen an, das abgebrochene Rad läuft bzw. eiert nur mit.  Nach 10 km erreichen wir das Tor und ein kurz dahinterliegendes Dorf, wo uns der telefonisch alarmierte Mechaniker mit einer neuen Antriebswelle in der Hand erwartet.  Keine 30 Minuten später sind wir mit repariertem Fahrzeug wieder unterwegs und fahren quer durch die Mara zu „unserem“ Tor, nicht ohne unterwegs noch einen Geparden zu beobachten, der im Schatten eines Baumes ausgiebige Fellpflege betreibt und uns völlig ignoriert.

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück im Camp und machen uns fürs Dinner frisch: Ein fantastischer Tag mit tollen Beobachtungen liegt hinter uns, und auch das Abenteuer mit der gebrochenen Antriebswelle ist wider Erwarten harmlos ausgegangen.  Morgen werden wir unsere Reise Richtung Lake Naivasha fortsetzen – für heute wünsche ich erst mal Gute Nacht..!!

Noch ein paar Eindrücke des übervollen Tages:

Eine Elefantenherde besteht aus Kühen mit ihren Kälbern – die Bullen werden nur für kurzfristige Damenbesuche akzeptiert 🙂
Die Löwendamen hingegen bilden (mit ihren Jungen) einen Harem..
..Papa ist meist nicht weit, und lässt sich bedienen..
..während bei Straußens der Papa sich ganz allein um die Brutpflege kümmert. 🙂
Überblick ist alles 🙂
Beine-vertreten bei der Wagenburg: Die Damen links, die Herren rechts 🙂
Hier steigen wir lieber nicht aus: Die Ruhe könnte trügen.. 😉

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Maasai Mara, Mi. 14.01.26

Liebe Leute,

zu unserem morgendlichen Gamedrive nahmen wir bereits unser Gepäck mit, da wir von dort aus direkt weiter Richtung Maasai Mara an der tansanischen Grenze fahren wollten. Bei Sonnenaufgang beobachteten wir im Park Zebras, Antilopen und Giraffen, die sich in den ersten Sonnenstrahlen sichtbar wohl fühlten und munter umhersprangen. Bei einem Wasserfall durften wir uns die Beine vertreten, bevor es weiter RIchtung heutiges Etappenziel ging.

Die zunächst ausgezeichnete Straße foppte uns: Bald bogen wir ab und kurvten ab nun um Schlaglöcher von beeindruckender bis einschüchternder Größe herum. Dabei gewannen wir immer mehr an Höhe und feierten mit Foto unser erstes „Bergfest“: Der höchste Punkt unserer Reise war bei knapp 3.000 m erreicht.

„Bergfest“ am höchsten Punkt unserer Reise auf knapp 3.000 Metern Höhe 🙂

Von nun an ging’s bergab, wenn auch moderat. Eine kurze Pinkelpause in einem Shop mit hübschen Handwerkserzeugnissen lockerte die „afrikanische Massage“ auf der bumby road auf. Schließlich versuchten unsere „Helldriver“, uns auf der Wellblechpiste mit einer Geschwindigkeit, die die Querrillen weitgehend schluckte, rechtzeitig zum Lunch in der neuen Lodge beim Haupttor zur Maasai Mara – der kenianischen Fortsetzung der tansanischen Serengeti – zu befördern. Was auch gelang: Den späteren Nachmittag verbrachten wir in unserem neuen Camp, dessen Bungalows bessere Safarizelte sind, zur Teatime am Pool.

Morgen geht es noch vor Sonnenaufgang zu einem Ganztages-Gamedrive in die Maasai Mara –
zurzeit versuche ich, die Berichte mit Bildern hochzuladen:
Bis dahin Gute Nacht..!! 🙂

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Lake Nakuru, Di. 13.01.26

Liebe Leute,

noch während des Frühstücks werden unsere Koffer von Manu und James, unseren beiden Driverguides, in zwei riesige afrikanische Landrover verladen – hier hat jeder seinen Fensterplatz, und ein Hubdach wird uns später auch direkten Blickkontakt mit dem Wild erlauben.  Dann beginnt unsere 10-tägige Safari durch verschiedene Nationalparks Kenias:  Zunächst geht es durch Nairobis Außenbezirke Richtung Norden aus der Stadt hinauf auf 2.200m an den Rand des Rift Valleys, des Großen Grabenbruchs, der eines fernen Tages Ostafrika vom Rest des Kontinents trennen wird.  Dieser geologische Vorgang benötigt freilich geologische Zeiträume:  Schon zu Zeiten der Menschwerdung gab es diesen Grabenbruch, wenn auch damals unter anderen, deutlich feuchteren klimatischen Bedingungen. 

Blick vom Rand ins Rift Valley: In der dunstigen Ferne der Vulkan Mt. Longonot

Von einem Aussichtspunkt schauen wir ins ca. 500 m tiefer liegende Tal, dessen gegenüberliegende, ca. 30 km entfernte Seitenwand im Dunst kaum zu sehen ist.  Aber einige Vulkane, die sich vom Talgrund erheben, können wir erkennen. Beim Weiterfahren hinunter ins Tal passieren wir bald Lake Naivasha, einen der sieben Seen, die in Kenias Teil des Rift Valleys liegen und den wir später noch genauer kennenlernen werden.  Heute lassen wir ihn links liegen und biegen beim bald folgenden Lake Elementaita rechts ab, um eine interessante Ausgrabungsstelle zu besichtigen:  Hier fand der später berühmt gewordene Urmenschenforscher Dr. Louis Leakey 1928 seine ersten Hinweise auf die „Wiege der Menschheit“ in diesem Gebiet:  Einen Steinbruch, in dem schon vor 1 Million Jahren Steine zu Faustkeilen und Schabern zurechtgeschlagen wurden, und zwar vom fernen Vorläufer des heutigen Menschen Homo Erectus. (Später fand Leakey im Rift Valley noch viele andere Stellen mit Hinweisen auf Vor- und Frühmenschen – vor allem fossile Knochen und Schädel -, sowohl im heutigen Kenia wie auch in Tansania und Äthiopien.)

Jeder dieser Steine ist ein Faustkeil, Hammerstein oder Schaber, der in situ an der Stelle liegt, wo er gefunden wurde: In einer Schicht ca. zwei Meter tief, was hier ca. 500 tausend bis 1 Mio Jahre sind.

Wir fahren weiter und erreichen den Lake Nakuru, der in einem Nationalpark liegt und dessen reiche Tier- und Pflanzenwelt heute gut geschützt ist.  Zum Lunch sind wir bereits in unserer Lodge, die auf einer Anhöhe mit fantastischem Blick über See und Nationalpark liegt; unter unseren Bungalows grast eine Büffelherde, und Warzenschweine flitzen herum.  Am Nachmittag unternehmen wir einen ersten Gamedrive (Pirschfahrt) im Gebiet und beobachten neben Zebras, Giraffen, Impalas, Büffel und drei Breitmaul-Nashörnern direkt neben unserer Fahrspur zum Abschluss auch einen Leoparden, der sich gerade von seinem Schlafbaum aufrappelt und auf den Weg zur abendlichen Jagd macht.

Ein Leopard erwacht

Inzwischen liegt das Abendessen hinter uns und wir haben es uns in unseren Bungalows gemütlich gemacht. Ich schreibe das Tagebuch, weiß aber nicht, wann ich es hochladen kann, da wir hier keinen Internetempfang haben: Gute Nacht..!! 🙂

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Nairobi, Mo. 12.01.26

Liebe Leute,

Heute morgen geht es nach dem Frühstück in zwei Vans zum Nationalpark an der südlichen Stadtgrenze von Nairobi.  Dieser Park ist zum Stadtgebiet mit einem Zaun geschützt, zur anderen Seite hin jedoch offen, damit die Tiere frei roamen und durch sogn. „Korridore“ zu anderen Nationalparks gelangen können.  Im Park dürfen wir die Hubdächer aufstellen und haben so einen tollen freien Rundumblick:  Zunächst treffen wir eine Pavianhorde beim morgendlichen Sonnenbad mitten auf der Fahrspur, die uns nur ungern den Weg freigeben, ohne aber aggressiv zu wirken.  An einem Nilpferdpool sonnen sich zwei Krokodile, während Nilgänse mit Küken, Ibisse und ein Löffler sich am Ufer tummeln. 

Bald haben wir Glück:  Zwei Breitmaulnashörner wandern die Straße entlang und biegen grasend ab.  Und gleich zwei Löwinnen begleiten kurz darauf unsere Fahrzeuge (bzw. wir sie), ohne sich im Geringsten gestört zu fühlen. Sie kennen diese Metallwesen von kleinauf und wissen, dass sie weder gefährlich noch genießbar sind, weshalb wir komplett ignoriert werden.

Dann ist es Zeit, zur Fütterung der Tierwaisen zu gehen:  In einem Schutzprojekt werden Elefanten- und andere -babies, die im Park mutterlos aufgefunden werden, von Hand aufgezogen und später im Park ausgewildert.  Wir beobachten und erfahren die Geschichte zweier erst wenige Wochen alten Zebras, eines einjährigen Nashorns und einer ganzen Horde junger Elefanten, die gut gelaunt zur Fütterung streben und sich sogar streicheln lassen.

Im nahen Giraffenzentrum wird die selten gewordene Rothschild-Giraffe nachgezüchtet und ausgewildert.  Hier dürfen wir die Tiere sogar selber füttern:  Von einer Art Skywalk auf Augenhöhe gebracht, fingern uns die Giraffen mit ihren langen blauen Zungen geschickt kleine Pressfutterpillen aus den Händen. 

Auf dem Landsitz von Karen Blixen, der dänischen Autorin von „Out of Africa“, die hier im frühen zwanzigsten Jahrhundert eine Kaffeefarm betrieb und ihr hiesiges Leben später veröffentlichte, nehmen wir erst mal einen kleinen leckeren Lunch ein, bevor wir uns das Haus von einer jungen Führerin erklären lassen und so einen Einblick in das Leben der Autorin und die damalige Zeit bekommen.  Nahe des Hauses rosten einige Maschinen aus der Kaffeeproduktion der damaligen Zeit, z.B. ein Traktor mit Schaufelrädern, mit denen er sich durch den tiefschlammigen Lehm der Regenzeit schaufeln konnte. 

Den späteren Nachmittag genießen wir im sonnigen tropischen Garten unseres Gästehauses und werden von Phet zum Abendessen gleich hier bekocht, um zeitig ins Bett zu kommen.  Denn morgen werden wir in aller Frühe zu unserer Safari durch verschiedene Nationalparks Kenias aufbrechen und müssen dafür jetzt packen:  Gute Nacht !! 🙂

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Nairobi, So. 11.01.26

Liebe Leute,

nach einem ausgiebigen Frühstück im Garten unseres fast wie verwunschen wirkenden „Farmerhäuschens“ fahren wir mit dem Kleinbus von gestern Abend ins Zentrum der Stadt, die mit all ihren Außenbezirken immerhin 4 Mio. Einwohner zählt.  Sie ist heute sonntäglich relativ ruhig, so dass wir gut durchkommen an Stellen, die sonst gnadenlos mit Staus verstopft sind.

Zunächst besuchen wir das Nationalmuseum, wo es uns besonders um die Vor- und Frühmenschen geht:  Hier haben sich insbesondere Dr. Louis Leakey und seine Frau Mary verdient gemacht, die seit den 1920’er Jahren eine Menge Fundstellen von Ur- und Frühmenschen-Fossilien im ostafrikanischen Rift Valley ausgegraben haben und so die These von Ostafrika als „Wiege der Menschheit“ bestätigten.  Wir stehen ehrfürchtig vor den Schädeln und Skeletten von Wesen, die vor ein bis zwei Millionen Jahren in dieser Gegend hier den Entwicklungsschritt vom Primaten zum Menschen vollzogen haben. Während man woanders immer Erstbesiedelungs-Daten hört, hat es hier buchstäblich schon immer Menschen gegeben – zumindest seit es diese gibt: Von hier stammen wir also, daher der kenianische Begrüßungsspruch „Welcome home“.

Wir setzen unseren Rundgang durch ein Serpentarium fort, wo wir all die Tiere aus sicherer Distanz sehen können, denen wir auf unserer Rundreise später lieber nicht begegnen wollen: Giftschlangen – insbesondere Mambas, Vipern und Ottern – jeder Größe, dazu Boas (große Würgeschlangen) und Krokodile, aber auch niedliche Chamäleons, und in Aquarien sehen wir die bunten Fische, die man bei uns auch gern in Aquarien sieht, die aber aus den Seen des Grabenbruchs stammen.  

Nach einer Erfrischung in der Freiluftbar setzen wir unsere Tour fort und wollen zunächst das KICC (Kenyatte International Convention Centre) besuchen, das erste nach der Unabhängigkeit gebaute Hochhaus mit einem Helikopterlandeplatz auf dem Dach, von wo man einen fantastischen Blick über die Stadt bis ins Umland hat.  Aber das Dach ist heute für Besucher gesperrt, weil ein TikTok-Influencer hier zu unbestimmter Zeit mit dem Helikopter landen will.  So schlendern wir durch den Central Business District (CBD), der heute von sonntäglich Flanierenden besucht ist, über einen Maasai-Kunstgewerbemarkt und zu einer Wechselstube, wo wir uns erst mal flüssig machen.  In der Nähe des Bahnhofs der Uganda-Bahn, bei deren Bau durch die zuvor unberührte Wildnis vor über hundert Jahren Nairobi aus einem Materiallager entstand, passieren wir auch das sogn. Bomb-blast-Memorial, wo 1998 bei einem verheerenden Al-Qaeda-Bombenanschlag die US-amerikanische Botschaft zerstört wurde, heute ein grüner Friedenspark.

Vordergrund: Sonntags-Maasai-Markt / Hintergrund: KICC-Hochhaus

Wir kehren zurück ins Gästehaus und haben etwas Freizeit, bevor wir zum Abendessen im nahen Artcaffé fahren.  Sehr lecker, auch wenn der Service etwas unkoordiniert scheint – aber das ist hier völlig normal und Teil des „Afrika-Feelings“.

Morgen geht es früh los in den nahen Nationalpark – wir werden berichten. 
Bis dahin erst mal Gute Nacht 🙂

Nairobi, Sa. 10.01.26

Liebe Leute,

es ist alles gutgegangen: ALLE Gäste sind glücklich (und mit komplettem Gepäck) eingetroffen.

Nachdem es gestern zeitweise durchaus nicht klar war, ob die Zubringer nach Frankfurt (teils Zug, teils Flug) wg. „Elli“ starten bzw. durchkommen können, trafen sich letztlich alle Teilnehmer in FRA am Gate für den Hauptflug, von wo es mit einem Direktflug direkt nach Nairobi ging, wo Phet und ich die Gruppe heute Abend um 22:00 am Flughafen mit einem Kleinbus und einem Gepäckfahrzeug abholten. Im Garten des gemütlichen, sehr an eine alte Kaffeefarm erinnernden Gästehauses (auf dem Gelände der Kaffeefarmerin Karen Blixen, die Anfang des 20. Jahrhunderts hier am Fuße der Ngong-Berge tatsächlich eine Kaffeefarm betrieb und nach deren Erinnerungen der Film „Out of Africa“ entstand) nahmen wir noch einen Absacker ein, bevor die Gäste – teils seit 3 Uhr früh auf den Beinen – sich in die hübschen, sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmerchen zurückzogen.

Morgen lassen wir es geruhsam angehen: 9:00 Frühstück, 11:00 Abfahrt zu einer „Citytour“ im (sonntäglich etwas ruhigeren) Moloch Nairobi mit Besuch des Nationalmuseums, wo uns der kenianische Leit- und Begrüßungsspruch „Welcome home“ begreiflich gemacht werden wird.

Nairobi, Fr. 9.01.26

Liebe Leute,

der Freundeskreis ist wieder unterwegs: Diesmal in Kenia, wo wir einmal mehr den „big 5“ fototechnisch auf die Pelle rücken wollen und zu diesem Zweck mehrere Nationalparks anlaufen, um das reiche Wildlife Ostafrikas bestaunen zu können.

Phet und ich sind – wie immer – einige Tage vorher eingetroffen, um die Vorbereitungen der beauftragten Agenturen zu checken: Es ist erwartungsgemäß alles bestens vorbereitet – der größte Unsicherheitsfaktor ist grad die Ungewissheit, ob die Gruppe morgen wirklich anreisen kann, da zurzeit in Deutschland Wintersturmtief Elli den Verkehr weitgehend zum Erliegen bringt. Nur gut dass wir gleich zwei „Puffertage“ hier in Nairobi haben..

Zudem probiere ich hier auf dieser Seite rum, wie ich damit klarkomme – im Augenblick finde ich mich nicht wirklich zurecht, denn ich würde gern Einiges logischer umsortieren, aber noch kapiere ich die Navigation hier nicht. Na mal sehen ob ich das noch hinbekomme – allzuviel Zeit bleibt mir dafür nicht: Es gibt doch noch viel zu tun im Vorfeld, und sobald die Gruppe da ist, sind wir durchgängig beschäftigt.

Wir freuen uns auf die Gruppe: Gruß aus Nairobi – Ihr werdet erwartet !! 🙂