Orang Utans und Komodo-Warane 2026

.

April/Mai 2026: Der Freundeskreis ist (war) nun wieder unterwegs – einmal mehr in Indonesien auf den Spuren von Orang Utans in Borneo und Riesenwaranen auf der Insel Komodo in der Flores-See,
und wie versprochen führen wir hier wieder ein Reisetagebuch, um Angehörige, Freunde und überhaupt alle Interessenten an diesem seltenen Abenteuer teilhaben lassen zu können.

.

Singapur,  Sonntag 10.05.26

Singapur

Liebe Leute,

nach Abreise der Gruppe hatten wir mehrere Tage lang in Jakarta versucht, ein Visum für Papua Neuguinea zu erhalten – es scheint aber zeitaufwendiger als gedacht, da es für Deutsche nicht online geht, sondern man eine Pass-Bearbeitung in der Botschaft abwarten muss, zugleich aber die Öffnungszeiten nicht konsistent sind.  Da die verbleibende Zeit für unsere Erkundungen möglicherweise nicht mehr gereicht hätte, sind wir jetzt nach Singapur abgebogen – PNG soll nun selber warten.

Gruß aus Batavia – dem niederländisch-kolonialen Altstadtkern Jakartas

Singapur  – übersetzt: die Löwenstadt –  ist eine Insel und ein unabhängiger Stadtstaat an der Südspitze der malaiischen Halbinsel  –  und sicher das Gegenteil vom urtümlichen Neuguinea:  Die einst eher verruchte Hafenspelunke der 1940’er Jahre, damals mehr berüchtigt als berühmt, hat sich seit der Unabhängigkeit 1965 zu einer reichen Finanzmetropole und zum vielleicht futuristischsten Land der Welt entwickelt – man kommt sich tatsächlich permanent vor wie in einem Science-fiction-Film:  Eine beeindruckende Skyline glitzernder, architektonisch höchst gewagter Wolkenkratzer, zwischen denen heute lebendige (und blitzsauber restaurierte) koloniale Stadtviertel von kaum noch vorstellbaren alten Zeiten erzählen, während in den durchweg begrünten Straßenzügen der Autoverkehr weitgehend elektrifiziert fast geräuschlos vorübergleitet.  Nur ganz vereinzelt fällt ein Verbrenner als röhrende und stinkende Altlast auf – selten habe ich einzelne Autos so klar „herausgerochen“:  Wenn erst mal alles sauber ist, wirken die Ölstinker tatsächlich wie aus der Zeit gefallene Dinosaurier – und sind nicht mal schön.  Es sei denn, sie stehen in der Tiefgarage des noblen Fullerton Hotels:  Da sind einige Rolls Royce und Maseratis die Stars, solange sie stille sind. 

Alt unter neu – aber grün
Singapore River
Der Merlion – halb Löwe, halb Fisch
Rolls Royce (3!) in der Tiefgarage des Fullerton, die wir per Zufall auf der Suche nach einer Abkürzung entdeckten

Wir nehmen Quartier strategisch günstig mitten in der City im Park View Hotel an der Beach Road – freilich gibt es hier weder einen Park, noch einen Strand:  Alles ist längst mit Skyscrapern vollgestellt, die Küste durch wahnwitzige Landgewinnungsmaßnahmen um Kilometer hinausgeschoben.  Dort draußen liegen dutzende Schiffe auf Reede in der nur 2 km schmalen Singapore Strait, die den Indischen Ozean mit dem Südchinesischen Meer verbindet  –  die Straße von Hormus ist dagegen mit 20 km ein weites Tor.  

Die früher verruchten Hafenviertel sind heute renovierte Wohn- und Ausgeh-Viertel
Im arabischen Viertel Kampong Glam
Kaugummi und Rauchen verboten – Alkohol (in Maßen) erlaubt

Da alle Straßen, Plätze und auch viele Hausdächer und sogar Fassaden begrünt sind, macht sich die Lage direkt am Äquator weit weniger drückend bemerkbar als in Jakarta oder Bangkok, auch an unbeschatteten Stellen.  Das kommt uns bei der Stadterkundung zugute – wir können problemlos durch die Stadt schlendern.  Sofern wir nicht gerade im oben offenen Hopp-on-Hopp-off-Bus sitzen und uns den Fahrtwind um die Nase wehen lassen. 

Das viele Grün macht das äquatoriale Klima erträglich
Blick von der Altstadt am Singapore River hinüber zum Marina Bay Sands Hotel

Das ikonischste Gebäude Singapurs ist sicher das Marina Bay Sands Hotel, ein über 200m hoher bislang dreitürmiger futuristischer Komplex (ein vierter Turm ist gerade im Bau) mit einer „The Boat“ genannten begehbaren Dachverbindung mit Rooftop-Bar und Pool, und einer umwerfenden Aussicht über die Stadt bis hinüber nach Malaysia und über die schmale Singapur-Strait nach Indonesien. 

Marina Bay
Schwindelerregende Sicht vom „Boot“ über der Stadt..
..mit Rooftop-Bar und Infinity-Pool
Die wichtige Meerenge der Singapore Strait, wo täglich mehr Tanker durchfahren als durch die Hormus-Straße – im Hintergrund Indonesien
Blick über die Marina Bay: Links der CBD (Central Business District), rechts die Altstadt, im Hintergrund die neuen Hochhaus-Wohnviertel

Für die 6 Mio. Einwohner und die vielen Touristen gibt es eine Fülle an Freizeitangeboten, wie klimatisierte Erlebniswelten – vor Allem nachgebaute Natur, also z.B. einen künstlichen Regenwald etc.  Sogar auf dem Flughafen Changi gibt es einen angelegten Dschungel, mit einem Riesen-Wasserfall, der vom Dach frei durch die Luft in einen Bodentrichter fällt.  Ein Riesenrad dreht sich in einer Stunde auf über 160 m Höhe, mit Blick in die Nachbarländer.  Alles ist sauber (Kaugummis und Rauchen verboten), die Pflanzen zwar echt, aber bewusst gepflanzt und gestaltet.  Ich glaube, kein Singapurer wagt sich noch in einen echten Dschungel.. 

Die „Supertrees“ im Gardens by the Bay: Begrünte Sci-fi-Stahlkonstruktionen, die Regenwasser und Sonnenenergie sammeln
Blick von einem der begehbaren Supertrees zum Singapore Flyer (Riesenrad)
Indoor-Dschungel im „Jewel“ am Changi-Airport – mit dem „Rain Vortex“ genannten größten Indoor-Wasserfall der Welt

Das hat natürlich auch alles seinen Preis:  Man kann zwar überall mit Kreditkarte zahlen  – sogar die Öffis rechnen damit kilometergenau ab -, aber es ist halt teuer.  Im Grunde ist ganz Singapur eine einzige große und eiskalt klimatisierte Luxus-Shopping-Mall.  Alles kostet massiv Eintritt; ein Kaffee locker 7 Euro, ein Bier 10, und Wasser fast genauso viel.  Immerhin gibt es allabendlich an der Marina Sands Bay eine kostenlose Licht- und Wasser-Show.  Danach kann man in den vielen malerischen Vierteln in hunderten Restaurants und Lokalen den Abend verbringen – bis um 23:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden: Papa Staat sorgt gewissenhaft für seine Kinder, auch dass sie nicht etwa über die Stränge schlagen.. 

Abends gibt es ein kostenfreies Lichtspektakel an der Marina Bay..
..und die „Garden Rhapsody“ mit schieren Licht- und Musikorgasmen
Danach im Prinzip sehr gesittetes Nightlife – freilich mit Alkohol auch im muslimischen Viertel

Wir haben genug gesehen und reisen nun zurück nach Bangkok, wo ich bis zu unserem Flug nach Europa Anfang Juni schon mal die neuen  – und letzten –  Reisen des Freundeskreises fürs kommende Jahr vorzubereiten beginne.  Ganz herzliche Grüße grad noch aus der Stadt der Löwen..!! 🙂

Gute Nacht !!

.

Denpasar,  Montag 4.05.26

Abschied

Liebe Leute,
soeben haben Phet und ich die Gruppe am internationalen Terminal des Flughafens Denpasar in Bali verabschiedet – drei gemeinsame Wochen mit unerhört vielen großartigen Eindrücken und abenteuerlichen Erlebnissen sind vorüber:  Es war wieder eine tolle Zeit im Freundeskreis – jederzeit harmonisch und solidarisch, so wie man es sich wünscht, wenn man in der Fremde unterwegs ist.

Die letzten Tage verbrachten wir zumeist in Ruhe am Strand, nicht ohne freilich auch einen Ausflug ins Hinterland der grünen Insel zu einem Höhlentempel und einem der berühmten Kreidefelsen-Steilküstenabschnitte zu machen:  Während der Höhlentempel ein eindrückliches Beispiel balinesischer religiöser Hingabe ist, sind die einst versteckten Naturhotspots heute übers Internet bekannt gemacht und von Tagesbesuchern aus Bali oft hoffnungslos überlaufen.  Was uns an unserem idyllischen Strandabschnitt aber wenig tangierte.

Bei den Teletubbies
Im Höhlentempel
Steilküste am Diamond Beach
Blick hinüber nach Bali
„Zuhause“ ist es wunderschön
Ruhe am Strand vor unseren Bungalows

Wir danken den Teilnehmern für die stets freundschaftliche Haltung und Begleitung und wünschen Euch nun einen möglichst ereignisarmen, also ruhigen Heimflug durch die Nacht:  Kommt gut heim –
Alles Gute und hoffentlich auf ein Andermal 🙂

Adios..!!

.

Nusa Penida,  Freitag 1.05.26

Bali-Verlängerung

Liebe Leute,
letzten Montag kehrten wir aus Flores nach Bali zurück, um hier nach Abschluss des abenteuerlichen Kernprogramms nun unser eher entspanntes Verlängerungsprogramm zu starten:

Einige Taxen bringen uns vom Flughafen nach Ubud auf halber Höhe im Inland der Insel, ein Städtchen quasi mitten in den Reisfeldern.  Früher war es hier immer sehr beschaulich, weshalb die Insel u.A. bei westlichen Yoga-Jüngern ein beliebtes Sehnsuchtsziel war – heute muss man einen gewissen Overtourismus konzedieren:  Die Gassen sind auch in der Nebensaison voll mit Besuchern, heute freilich auch und vor Allem junge Leute aus China, die weniger esoterisch als eher Instagram-gesteuert wirken. 

Wir beziehen unser Homestay in einer Sackgasse der relativ ruhigen Fußgängerzone – kleine Zimmerchen am Pool, ohne Frühstück.  Letzteres gibt uns die Gelegenheit, nach Belieben auswärts zu essen, was wir gern in Anspruch nehmen und schon morgens in einem kleinen indonesischen Warung fündig werden.  Wir bummeln durch die Gassen, in denen wohl jedes Haus unten einen Laden hat, und besuchen auch den heiligen Affenwald – ein mystisches Stück Dschungel nahe der Stadt, in dem hunderte von Langschwanzmakaken leben, die uns glücklicherweise weitgehend ignorieren (füttern verboten). 

Anderntags fahren wir entlang der Reisfeldterrassen mit Schlucht-Wanderung hinauf in die Berge zum Batur-Vulkan, der innerhalb einer alten Caldera angewachsen ist und dabei vor hundert Jahren ein Dorf verschlungen hat.  Leider erwischen uns trotz Trockenzeit einige heftige Wolkenbrüche, die wir in einem Aussichtscafé weitgehend ohne Aussicht aussitzen – der für dieses Jahr angekündigte El Niño scheint sich bereits bemerkbar zu machen:  Der Batur hüllt sich konsequent in Wolken, nur seinen Fuß und die Caldera sowie den seitlich liegenden Kratersee können wir unterhalb der Wolkendecke erspähen.  Wir besuchen den großen „Vatertempel“ auf dem Calderarand (nur der Muttertempel ist noch größer) und eine Kaffeeplantage, wo der hier nachdrücklich vermarktete „Luwak-Kaffee“ produziert wird:  Einige zahme Zibet-Schleichkatzen lassen sich streicheln – sie fressen die frischen Kaffeekirschen und scheiden die leicht anverdauten Kerne (Kaffeebohnen) wieder aus, die dann eingesammelt, gereinigt und dem Schäl- und Röstprozess zugeführt werden.  Wir dürfen auch einige Tee- und Kaffeesorten probieren – wobei uns der angeblich so besondere Luwak-Geschmack weitgehend kalt lässt.  Immerhin kann man die Bohnen hier natürlich auch käuflich erwerben.

Balis berühmte Reisfeldterrassen
Schluchtenwanderung im Bali-Dschungel
Großer Vater-Tempel beim Batur-Vulkan
Zahme Zibetkatze
In der Siberschmiede

Auf unserer Weiterfahrt zum Hafen von Sanur besuchen wir noch eine Silberschmiede, wo wir den Prozess der wirklich sehr zierlichen Feinarbeiten erklärt bekommen.  Schließlich bringt uns ein Schnellboot zu Balis kleiner und ruhigerer Schwesterinsel Nusa Penida, wo wir außerhalb des Bali-Trubels ein sehr nettes Beachfront-Hotel beziehen, mit Bungalows direkt am Strand und Blick auf Bali und den höchsten Berg dort drüben, den perfekt geformten Vulkankegel Gunung Agung („Großartiger Berg“):  Ein würdiger Abschluss für unsere Reise durch einige der interessantesten Gegenden und Inseln Indonesiens, des größten irdischen Archipels zwischen Indischem und Pazifischem Ozean.  Hier machen wir nun noch ein paar Tage wirklichen Urlaub und nur nach Laune einige Ausflüge über die grüne Insel.  Und ich habe evtl. Zeit, mich um das Visum nach Papua Neuguinea zu kümmern, denn diesmal wollen Phet und ich nach Abschluss unserer Freundeskreisreise den unabhängigen Staat im Osten der Insel Neuguinea auskundschaften, nachdem wir bislang nur den zu Indonesien gehörigen Westteil der Insel, West-Papua, kennengelernt haben.  Wenn das glückt, werden wir hier auch über diese Reise berichten. 

.

Komodo,  Freitag 24.04.26

Unter Drachen

Liebe Leute,
gerade hatten wir unsere unheimliche Begegnung der dritten Art mit den dinoartigen „Dragons“, die hier auf einigen Inseln des Komodo-Archipels seit Urzeiten überdauert haben.  Doch der Reihe nach:

Ein Sicherheits-Puffertag in Kuta-Bali brachte  – da es nix abzupuffern gab –  am letzten Montag etwas Ruhe in die Tour, mit Strand und Stadtbummel in Kuta, einem flughafennahen Stadtteil von Denpasar. 

Sunset am Strand von Kuta-Bali

Am Dienstag fliegen wir entlang der kleinen Sundainseln nach Flores, der Insel im Sundabogen, die bekannt ist für ihren speziellen Urmenschen:  Den aufgrund seiner geringen Größe „Hobbit“ genannten homo floriensis.  Er soll schon vor 10.000 Jahren ausgestorben sein – aber einheimische Legenden berichten von Begegnungen mit Dschungelzwergen aus deutlich jüngeren Zeiträumen. 

Die Bucht von Labuan Bajo, Flores

Wir übernachten in der Hafenstadt Labuan Bajo an einer Bucht, in der die Schiffe für Tages- und Mehrtagestouren in den Archipel ankern.  Mittwoch früh werden wir abgeholt und mit einem Dingi-Beiboot zu unserem klassisch-rustikalen Holzschiff gebracht, auf dem wir die nächsten Tage verbringen werden.  Mit nur leichtem Gepäck beziehen wir einige Kabinen unter Deck – das Hauptgepäck lassen wir zurück. 

Unser wunderschönes Holzschiff mit Kajüten und schattigem Sonnendeck

Bei schönstem Wetter geht es hinaus in den Archipel:  Spiegelglattes blauschimmerndes Meer, gesprenkelt von vielen grünen Tupfern größerer und kleinerer Inseln, die mit ihren zackigen Konturen selber wie im Meer liegende Drachen wirken.  Mehrfach stoppen wir zwischen den Inseln für kleine Schnorcheltouren durch bunte Korallenriffe, in denen sich Unmengen bunt schillernder Rifffische tummeln.  Auch einige Meeresschildkröten können wir beobachten – nur die am Manta-Point häufigen Teufelsrochen versetzen uns heute.  Geradezu einschüchternd sind die durch starke Strömungen zwischen den Inseln entstehenden Mahlströme, die an kabbeliger See und kräftigen Strudeln zu erkennen sind.

Wo Strömungen zusammentreffen, entstehenden in der sonst spiegelblanken See gewaltige Mahlströme und Strudel

Wir übernachten in einer Bucht der zentralen Insel Pulau Padar
gestern Donnerstag früh landen wir noch im Dunkeln vor Sonnaufgang an ihrem Strand und besteigen den 150 Meter hohen Gipfel, von dem aus wir bei Sonnenaufgang einen tollen Rundblick über den Archipel und mehrere Buchten mit weißem, schwarzem und rosafarbenem Sand haben. 

Später machen wir eine „nasse Landung“ direkt am Pink Beach, auf dem ein Sundahirsch und ein Riesenwaran entlangspazieren (letzterer verschwindet aber noch vor unserer Ankunft) und schnorcheln in Richtung Schiff zurück – die Strömung zieht uns bequemerweise über die Korallen wie in einem Film.  Bald aber wird die Strömung immer schneller und droht, uns in einen der zuvor beobachteten Mahlströme vor der Insel zu zerren:  Glücklicherweise ist das Dingi zur Stelle und wir evakuieren rechtzeitig – es kommt uns jetzt zuGute dass wir das Einsteigen ins Boot zuvor schon geübt hatten.  Ein Schreck und eine Erfahrung mehr – auch und besonders für unseren jungen Guide, der an diesem Strand sicher niemanden mehr zum oder vom Schiff aus schwimmen lassen wird.  

Wir erreichen Komodo Island und sehen schon am Strand einige Riesenwarane.  Mit einem Ranger-Guide aus dem nahen Dorf wandern wir durch den küstennahen Dschungel – ein gewaltiges Männchen, groß wie ein Krokodil, kreuzt unseren Weg und schlendert Richtung Wasserloch.  Dort ruht der Koloss sich aus, und wir können Fotos mit ihm machen, die fast wirken als würden wir einen Drachen reiten. 

Auch auf Rinca Island treffen wir mehrere Riesenwarane an.  Leider stürzt eine Teilnehmerin und zieht sich eine blutende Fleischwunde am Arm zu – sie und eine vom Aufhelfen blutbefleckte Helferin müssen abbrechen: Einerseits, um die Wunde zu versorgen;  aber auch, weil die Warane auf Blutgeruch reagieren und dann möglicherweise ihr Beuteverhalten auf uns ausdehnen würden.

Dabei wirken gerade die Riesenwarane im Normalfall fast harmlos: Sie liegen einfach scheinbar faul in der Gegend herum.  Aber das gehört bereits zu ihrem Jagdverhalten:  Sie warten, bis ein argloses Tier  – Sundahirsch, Affe, gern auch ein Büffel –  sich zu sehr genähert hat.  Wie unwirsch hebt der Waran nur seinen Kopf und beißt das Tier kurz ins Bein – das Opfer springt erschrocken davon, der Waran legt sich scheinbar wieder schlafen.  Aber er hat einen guten Geruchssinn und beginnt bald, das Opfer zu verfolgen – welches bereits dem Tod geweiht ist, denn mit dem Biss hat der Waran einen tödlichen Bakteriencocktail verabreicht, der die Wunde infiziert und das Opfer binnen Stunden oder weniger Tage an einer Sepsis zugrunde gehen lässt.  Dann sind sämtliche Warane der Gegend zur Stelle und balgen sich um Stücke des Opfers, die sie ihm aus dem Leib reißen – oft noch bevor es wirklich tot ist.

Daher müssen auch wir stets Abstand halten und sorgsam einem heranwandernden Waran aus dem Weg gehen – SOLLTE es dennoch zu einem Biss kommen, sind die Rangerstationen freilich mit starken Antibiotika bestückt, die die Bakterienvergiftung aufhalten können. 

Nasse Landung an fremden Gestaden

Gestern Abend ankern wir vor einer Mangroveninsel, von der bei Sonnenuntergang tausende Flughunde aufsteigen, die für die Nacht Richtung Hauptinsel Flores fliegen, wo sie reife Mangos und andere Früchte suchen.  Wie eine schwarze Straße am Himmel wirkt der stete Strom der bis zu 1,5 Meter Spannweite großen Fledertiere, der direkt über unser Schiff führt und Richtung Flores in der dämmrigen Dunkelheit verschwindet. 

Heute Morgen besteigen wir in einem kurzen knackigen Aufstieg den Gipfel einer anderen (kleinen) Insel für einen weiteren schönen Rundblick, wenn auch nicht so spektakulär wie gestern früh, und schnorcheln ein letztes Mal über den bunten Korallenriffen, wobei wir gleich mehrere Seeschildkröten beobachten können. 

Nach einem letzten Lunch an Bord werden wir an einem Strandhotel an einer grünen Bucht der Insel Flores abgesetzt und verbringen einen sonnigen ruhigen Nachmittag am Strand.  Die nächsten Tage werden wir hier noch etwas entspannten Urlaub machen, bevor es zurück nach Bali geht – wo unser abenteuerliches Kernprogramm zu Orang Utans  und Komodo-Riesenwaranen endet und die Verlängerer in das zusätzliche Bali-Programm starten. 
Bis dahin mit sonnigen Grüßen 🙂

Im Strandhotel
Im nahen Fischlokal

.

Pangkalan Bun,  Samstag 18.04.26

Orang Utans satt !!

Liebe Leute,
wir sind gerade glücklich vom Erlebten zurück aus dem Urwald und haben auf der Reise mit dem Klotok (Hausboot) auf dem Sekonyer-Fluss im Tanjung Puting Nationalpark eine Menge Orang Utans gesehen:

„Nun schaut bloß mal, wie merkwürdig orang-ähnlich sich diese Menschen verhalten!“
Das Klotok LIDIA wartet im Dschungel auf unsere Rückkehr
Es ging uns definitiv schon schlechter..!
Ein stiller (und mückenfreier) Schwarzwasserfluss
Auf dem Boot gibt’s immer lecker Essen.

Ab Dienstag 14.04. waren wir mit unserem Boot, der LIDIA  – einem Holz-Klotok allein für unsere Gruppe –  bis Samstag im Tanjung Puting Nationalpark (dem größten Orangutan-Schutzgebiet der Welt) unterwegs und fuhren mehrere Fütterungs- und Aufzuchtstationen an, wo aufgefundene Orangutan-Waisen mit der Flasche aufgezogen und schließlich ausgewildert werden.  Wegen des leider ungeheuren Lebensraumverlust durch sich ausweitende Palmölplantagen sind die Tiere in ihrem Bestand enorm gefährdet, so dass man keins davon verlieren will und deshalb vorsichtshalber zufüttert.  Dort kommen nun auch wilde Orangs hin, und Besucher können aus angemessener Distanz die Tiere zu bestimmten Zeiten zuverlässig beobachten.  Aber auch während unserer Fahrten entlang der Urwaldflüsse sehen wir neben vielen farbenprächtigen Vögeln sowohl wilde Orangutans wie verschiedene Populationen von Nasenaffen und Langschwanzmakaken durch die Bäume am Ufer turnen. 

Wer beobachtet hier wen?
Auch ein Nasenaffe lösst sich nix entgehen

Hier hat die dritte der drei einst vom Paläontologen Louis Leakey in die Wildnis zu den Menschenaffen geschickten Primaten-Forscherinnen Biruté Galdikas (neben Jane Goodall/Schimpansen und Dian Fossey/Gorillas) über 50 Jahre lang freilebende Orangutans beobachtet und den heutigen Wissensstand über diese uns so nahen Verwandten zusammengetragen.  Auch im Alter verbrachte sie noch jedes Jahr einige Wochen im von ihr nach ihrem Mentor benannten Camp Leakey und studierte das Verhalten ihrer Schützlinge – sodass junge Forscher:innen den Affenwaisen neben der richtigen Nahrungsaufnahme im Wald nun sogar das Nestbauen beibringen können.  Vor gerade 3 Wochen  – am 24.03.26 –  ist sie im Alter von 79 Jahren verstorben und wurde während unserer Anwesenheit am 14.04. in Pangkalan Bun neben ihrem letzten Ehemann, dem Dayak (Borneo-Ureinwohner) und Umwelt-Aktivisten Pak Bohap, begraben. 

Das Camp Leakey, benannt nach dem Paläontologen Dr. Louis Leakey, ist die älteste Orangutan-Beobachtungsstation der Welt und wurde von Birutė Galdikas aufgebaut.
An der Fütterungsstation können wir unsere Verwandten ganz in Ruhe beobachten
Zunächst lässt sich Alpha-Male Atlas nieder und nicht bei seinem Mahl stören.
Dann wagen sich auch die Anderen näher..
..oft Mütter mit gleich zwei Jungen – einem Baby und einem Halbwüchsigen
„Darf ich bitte mal vorbei?“

Wir unternahmen mehrere Wanderungen im Dschungel, davon eine Nachtwanderung sowie eine recht lange Tagestour, an deren Endpunkt wir von Kanus aufgenommen und auf einem stillen Schwarzwasserfluss, dessen Wasser klar und dunkel wie Schwarztee war und über dem die Baumkronen zusammenwuchsen, wieder zurück gepaddelt wurden.  An den Fütterungsplätzen hatten wir täglich eine gute Stunde Zeit, die Orangs zu beobachten, wie sie pünktlich durch die Baumwipfel heranturnen und sich ohne Eile nacheinander am gedeckten Tisch bedienen, wobei jeweils ein Alphamännchen den Anfang macht.  Die meisten Orangs hier sind Weibchen mit einem oder gar zwei Jungen  (das Kleinere hängt im Fell der Mutter, das Größere bleibt zumindest immer in der Nähe).  Der Zuchterfolg ist eindeutig:  Die Population wächst langsam aber stetig. 

Dschungelwanderung
Nachtwanderung
Kanutour

Wir hatten für die Gruppe Zimmer (mit Bad) in der rustikalen Rimba-Lodge gebucht, zwei Gäste blieben mit Phet und mir auch über Nacht auf dem Boot.  Das Essen wurde gemeinsam an Bord eingenommen.  Am Samstag 18.04. kehrten wir nun in die Zivilisation zurück und legten in Kumai Harbour an, um auf der Fahrt zum Hotel noch ein Langhaus der Dayak-Ureinwohner zu besichtigen (hinter dem sich der Friedhof befindet, auf dem jetzt auch Biruté Galdikas ruht).  Am Nachmittag trafen wir uns auf ein Käffchen im Café neben dem Hotel und hatten Abendessen im Warung (Straßenlokal) gegenüber.  Inzwischen sind wir auf dem Weg nach Bali, wo wir einen Puffertag am Strand haben, bevor es am Dienstag nach Flores weitergeht.  Dazu dann später mehr. 

Unsere Guides Ade und Rifan
Adios Borneo – auf zu neuen Ufern!

.

Pangkalan Bun,  Montag 13.04.26

Wir erreichen Borneo / Kalimantan

Liebe Leute,

heute Montag morgen trafen wir uns frisch und ausgeschlafen am Frühstückstisch im Surabaya Flughafenhotel, hatten noch Zeit für ein Käffchen im Coffee Garden und schlappten dann mit unseren Koffern in die Abflughalle zum Einchecken für die letzte Etappe nach Borneo (hier Kalimantan genannt). 

Der Flieger bringt uns über die Insel Madura und die Javasee – nach einer Stunde Flug taucht die Küstenlinie Borneos auf, und wir überfliegen den tiefgrünen Urwald, durch den sich verschiedene größere und kleinere Flüsschen schlängeln:  Dort unten und auf diesen Flüssen werden wir in den nächsten Tagen mit einem Boot durch den Urwald schippern, um freilebende Orang Utans zu finden und zu beobachten.

Wir landen auf dem Iskander-Flughafen von Pangkalan Bun, der mitten in der grünen Wildnis gelegenen District-Hauptstadt.  Über eine Gangway steigen wir aus und laufen über das Flugfeld zum kleinen Empfangsgebäude, wo uns der Organisator der Local Guides erwartet.  Ein paar Flughafentaxen bringen uns ins nahe Hotel, einem im stilisierten Kalimantan-Langhaus-Stil errichteten Holzgebäude.  Nach der Zimmerverteilung ein erster Schreck:  Eine Teilnehmerin vermisst ihr Handy!  Wir rufen die Flughafentaxizentrale an, und 10 Minuten später bringt der Taxifahrer das offenbar im Wagen unbemerkt aus der Tasche gerutschte Gerät vorbei.

Später spazieren wir am Fluss entlang vorbei an bunt bemalten Holzhütten, deren Bewohner uns sehr freundlich grüßen und die Kinder fröhlich winkend ihren Spaß mit uns Aliens haben.  Statt Autos hat man hier Boote am Steg vertäut, und ständig knattern einige davon den Fluss auf und ab.  Die Menschen hier sind sehr liberale muslimische Ureinwohner, es gibt auffällig viele kleine runde Holz-Moscheen mit Lautsprechern auf einem Holzgerüst anstelle eines Minaretts. 

Kurz vor 6 Uhr abends fällt die Dunkelheit schnell über die Stadt, und wir essen in einem rustikalen Straßenlokal mit Holzkohlegrill, wo es leckeren gegrillten Fisch und Hühnchen gibt, mit Reis und einer höllisch scharfen Gemüsemischung.  Abschließend sitzen wir noch in der Hotelbar, in der es freilich keinen Alkohol gibt, aber sehr leckere Mocktails, und Kuchen für uns quasi als Dessert.  

Morgen Dienstag werden wir nach dem Frühstück abgeholt und zu unserem Klotok (Holz-Hausboot) gebracht, auf dem wir die nächsten 4 Tage durch den Urwald schippern werden.  Dabei werden wir verschiedene Aufzuchtstationen anfahren, wo aufgefundene Orangutan-Babys großgezogen und ausgewildert werden, und auch die Forschungsstation Camp Leakey  – benannt nach Louis Leakey, den Frühmenschen- und Primatenforscher, der in den 60‘er Jahren drei junge Studentinnen zur Beobachtung von  Schimpansen (Jane Goodall), Gorillas (Diane Fossey) und Orang Utans (Biruté Galdikas) schickte –  und wo die hier wirkende Biruté Galdikas bis ins hohe Alter ihre bahnbrechenden Forschungen über Orang Utans durchführte (sie starb gerade vor 3 Wochen am 24. März dieses Jahres).  

Da wir im Urwald keine Internetverbindung haben werden, wird es die nächsten Einträge hier nach unserer Rückkehr geben.  Bis dahin sind wir nun in der Wildnis unterwegs –

mit bestem Gruß nach Hause!! 🙂

.

Surabaya,  Sonntag 12.04.26

Gruppe gut eingetroffen

Liebe Leute,

gestern Samstag konnten wir bereits Bettina  – die schon vorab einzeln umgebucht hatte –  vom Flughafen abholen; heute Sonntag begrüßten wir auch den Rest der Gruppe vollzählig und mit allem Gepäck am Internationalen Terminal:  Die Teilnehmer hatten sich nach langem Nachtflug aus Frankfurt und München in Bangkok mithilfe unserer WhatsApp-Gruppe erkannt und bereits gemeinsam den Flieger nach Jakarta bestiegen. 

Hier eingetroffen, fuhren wir nun mit dem Skytrain  – einer die verschiedenen Terminals verbindenden Hochbahn –  zum Inlandsterminal, wo wir relativ zügig einchecken mussten, um den Flieger nach Surabaya zu erreichen.  Es passte alles „wie angegossen“ – viel mehr Zeit hätten wir tatsächlich nicht gehabt.  Aber schließlich saßen wir im Flieger für den heutigen letzten Streckenabschnitt – freilich der vorletzte auf der Reise nach Borneo, deren letzter nun morgen stattfinden wird.  Es überwog zwar die Meinung, dass wir diesen letzten Hüpfer über die Javasee jetzt auch noch geschafft hätten, was ich nicht bezweifle – aber die Verbindungen nach Pangkalan Bun sind rar:  Es hätte heute einfach keine mehr gegeben. 

So bezogen wir das Flughafenhotel, wo jedes Zimmerchen Blick auf die Runway hat, und trafen uns zum Abendessen in einem der vielen kleinen Lokale hier im Flughafengebäude: Günstig und lecker, was will man mehr.  Zum Schluss ein echter Absacker im Biergarten (hier zwar „coffee garden“ genannt – aber es gibt auch Bier), wo wir reihum die Anekdötchen unserer Gruppenverbindung erzählten und uns so auch untereinander gleich etwas besser kennenlernten.  Inzwischen haben sich die Gäste angemessen übernächtigt abgelegt, und ich tippe noch schnell den Erfolg der Anreise ins Tagebuch.  🙂

Alle glücklich eingetroffen (Phet machte das Foto)

.

Jakarta, Freitag 10.04.26

In Erwartung

Liebe Leute,

der Freundeskreis ist wieder unterwegs – einmal mehr in Indonesien auf den Spuren der Orang Utans in Borneo und der Riesenwarane auf der Insel Komodo in der Flores-See,
und wie versprochen werden wir hier wieder ein Reisetagebuch führen, um Angehörige, Freunde und überhaupt alle Interessenten an diesem seltenen Abenteuer teilhaben lassen zu können.

Dass die Reise in den gegenwärtigen bewegten Zeiten überhaupt stattfinden kann, grenzt schon an ein mittleres Wunder: Wir hatten ja alle Flüge, Unterkünfte und Schiffe längst gebucht, als es dem Irren auf seinem eingebildeten Pfauenthron plötzlich gefiel, einen veritablen Krieg vom Zaun zu brechen und die Welt ins Chaos zu stürzen. Womit sehr viel Schlimmeres angerichtet wurde, als es der Ausfall einer noch so schönen Reise wäre – aber wenigstens WIR konnten unsere Welt halbwegs beisammen halten. So schafften wir es rechtzeitig – und ohne dass ein Teilnehmer auch nur gezuckt hätte!! – die ursprünglich via Doha gehenden Flüge über Bangkok umzubuchen und so die Reise nicht absagen zu müssen, sondern fast vollständig zu retten und wie geplant fortzuführen: Einzig die sonst immer unsere Wartezeit auf den Anschlussflug von Jakarta nach Surabaya verkürzende kleine Sightseeingtour durch das alte Batavia, den niederländisch-kolonialen Altstadtkern des heutigen Molochs Jakarta, können wir nun nicht durchführen, da die neuen Flüge uns weniger Wartezeit lassen.

Phet und ich sind dennoch gestern schon in Jakarta eingetroffen, da wir unsere Flüge (eh aus Bangkok) nicht verlieren wollten. Hier erwarten wir nun die Gruppe, die morgen Samstag startet und Sonntag Vormittag hier eintreffen soll. Wir werden sie hier erwarten und direkt zum Anschlussflug nach Surabaya bringen, wo sie dann die wohlverdiente Pause bekommen, bevor es am Montag nach Borneo weiter geht.

So wünschen wir den hier Mitlesenden viel Spaß am Thema und unseren Teilnehmenden jetzt erstmal einen ruhigen Flug mit etwas Schlaf nach all der Aufregung der letzten Tage: Genießt den Start ins Abenteuer – Ihr werdet erwartet..!! 🙂